Das Aufstellen von Protestschildern gegen die Fluglärmbelastung und den weiteren Ausbau des Frankfurther Flughafens ist in der Gemeindevertretung mehrheitlich abgelehnt worden. Dies war ein demokratischer Akt, der zunächst zu respektieren ist.

Viel mehr gibt einem zu bedenken, was und in welcher Form von der Gegnern des Antrages von SPD und Grünen argumentiert wurde!

Zunächst wurde aus den Reihen der CDU argumentiert, dass bisherige Plakatierungen der Bürgerinitiative Lebenswertes Nauheim angstmachend seien und an die Propaganda aus der schlimmsten Zeit der deutschen Vergangenheit erinnerten. Dass dies eine mehr als übergriffige und beleidigende Äußerung gegenüber einer Bürgerinitiative ist, dürften alle nachvollziehen. Welche Konsequenzen die Bürgerinitiative daraus zieht bleibt abzuwarten.

Hier muss man auch fragen, ob CDU-Mitglieder Anträge lesen können?! Wenn sie den Antrag richtig gelesen hätten, wäre festzustellen, dass in dem Antrag kein Wort von einer Bebilderung zu finden war. Hier hatten wir uns als Antragsteller bewusst zurückgehalten um hier noch Gestaltungsspielraum für die Gemeindegremien zu lassen. Dies war aber den Antraggegnern nicht mehr Nahe zu bringen.

Fluglärm macht nicht krank???
Aber was darüber hinaus erschreckt: aus den Reihen der CDU wurde tatsächlich behauptet, es sei bewiesen, das Fluglärm nicht krank macht. Es stellt sich die Frage, wie ignorant ist diese Behauptung?! Eine Fraktion, in deren Reihen nicht nur Flughafenbeschäftigte sind, sondern sogar eine Fachärztin für Neurologie, stellt solche Behauptungen auf!!

Wessen Interessen werden vertreten???
Ein anderes Mitglied der CDU Fraktion stellte für sich fest, dass sie als Angestellte einer Fluggesellschaft nicht gegen ihren Arbeitgeber voten könne und hinterfragte Mitglieder der SPD und Grüne, die im Umfeld des Fluhafens arbeiteten, wie sie gegen den Flughafenausbau stimmen könnten. Her wurde och deutlich, dass bei dem Abstimmungsverhalten dieser CDU Gemeindevertreterin nicht um Interessen für Nauheim, sonder um ihre eigenen persönlichen Interessen ging.

Wie viel darf der Kampf gegen Fluglärm kosten???
Weitere Argumetationen gingen gegen die Kosten der geplanten Beschilderung, für die SPD und Grüne einen Finanzierungsvorschlag unterbreitet hatten. Der CDU- Fraktionsvorsitzende machte eindrücklich deutlich, dass ihm die bisherigen Ausgaben für die Lebensqualität in Nauheim genug sein. Weiter, einmalige 4.000,- € beschrieb er als „unverhältnismäßigen Griff in die Gemeindekasse“.

Wo stehen die einzelnen Fraktionen???
Bleibt die Frage, wie ehrlich meint es insbesondere die CDU-Nauheim mit dem Kampf gegen Fluglärm über Nauheim. Geht es nur darum, dass Nauheim mit der Klage im Umkreis ein positives Bild hinterlassen habe, wie es so oder so ähnlich ein FLN-Mitglied äußerte? Oder steht die CDU eigentlich für einen weiteren Ausbau des Flughafens mit deutlich mehr Flugbewegungen und Lärmbelastung für die Rhein-Main-Region und Nauheim?

Ich denke, die Debatte in der Gemeindevertretung am letzten Donnerstag hat gezeigt, wo die einzelnen Fraktionen stehen und was sie vom Schutz ihrer Bürger vor Fluglärmbelästigung  halten. Es liegt jetzt in deren Hand, wie sie weiterhin den Bürgerinnen und Bürgern ehrlich in die Augen blicken können.

  1. Karl Norbert Merz sagt:

    Diese Diskussion war kein Ruhmesblatt im Sinne einer sachlichen Streitkultur. Hier wurde fast nur Wert auf Polemik und persönliche Angriffe gelegt. Erschreckend ist die Dreistigkeit, mit der demokratische Initiativen mit nazionalsozialistischer Propaganda gleichgesetzt wird. Mindestens genauso erschreckend ist, dass nicht augenblicklich durch den Vorsitzenden eingegriffen und nicht wenigstens nach § 60.2 HGO die Sitzungsordnung hergestellt wurde.

    Diskussionsbeiträge spiegeln die Meinungen der Redner wieder – aber auch deren Weltbild. Tatsächlich wird behauptet, es gäbe keinen wissenschaftlichen Beweis, dass Fluglärm krank macht. Da wird mal eben ganz salopp die Realität ausgeblendet. Selbst das Umweltbundesamt belegt den Zusammenhang mit einer Studie aus 2010: „Risikofaktor nächtlicher Fluglärm“ unter Leitung von Professor Eberhard Greiser. Aber es gab ja auch mal Zeiten in denen behauptet wurde, die Welt sei eine Scheibe, oder auch dass der Klimawandel keinesfalls durch Treibhausgase forciert wird.

    Es bleibt nur zu hoffen, dass die Nauheimer Bürgerinnen und Bürger erkennen, welche Interessen durch die von ihnen gewählten Gemeindevertreterinnen und Gemeidevertreter tatsächlich vertreten werden. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich Empörung breit macht. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich so eine „Sternstunde“ der Nauheimer Politik nicht wiederholt.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*